Ein Glanzpunkt ohne Zugabe – Martina van Berkel.
An den Kurzbahn-Europameisterschaften der Schwimmer in Stettin (Pol) brillierte Martina van Berkel mit einem Rekordschwumm und einem feinen 7. Platz über 200 m Delphin.
Mit den Grossen schwimmen und im Final um die Medaillen kämpfen – für Martina van Berkel ging ein Traum in Erfüllung. «Mega gefreut über diese Qualifikation», habe sie sich, sagte sie. Erreicht war ein «grosses Ziel». Damit es soweit kam, musste sie im Vorlauf ihr Leistungsvermögen abrufen. Zehn qualifizierten sich fürs Finale, die Nummer 10 der Meldeliste war sie. Aber van Berkel schwamm stark. «Nervlich hatte ich alles im Griff», freute sie sich. Mit Rang zwei in ihrem Vorlauf in 2:06,99 Minuten – Schweizer Rekord, mit einer Steigerung von 44 Hundertsteln zur alten Bestmarke – machte sie alles klar. Und sie strahlte: «Eine 99-er-Zeit, das beflügelt jeweils besonders, ist doch damit eine neue Sekundenbarriere durchbrochen.»
Schneller trotz fehlender Leichtigkeit.
Im Final steigerte sich die 22-Jährige Kommunikationsstudentin nochmals um 24 Hundertstel. Was sie unterwegs nicht erwartet hatte. «Unglaublich», staunte sie, «das Körpergefühl war nicht das Beste. Ich fand den Rhythmus nicht, das Schwimmen fühlte sich schwerer an als noch wenige Stunden zuvor.» Umso grösser war die Genugtuung. An siebter Position fand sie sich mit ihren 2:06,75 Minuten im Klassement wider. «Diese Rangierung ist ein Leistungsausweis. Sie vermittelt mir Zuversicht im Hinblick aufs nächste Jahr, auf die Olympia-Qualifikation und auf den Sommer», sagte sie. Und sie verwies darauf, dass sie sich auf der Langbahn wohler fühlt, denn als auf der Kurzbahn.
Diesen Schwung wollte sie mitnehmen und die weiteren Einsätze mit Lockerheit schwimmen. Das glückte ihr nicht nach Wunsch. Sowohl über 100 m Delphin (28./1:00,79) als auch über 200 m Rücken (21./2:11,03) blieb sie unter ihren Erwartungen. «Die Power war draussen, und hinzu kam eine Magenverstimmung.» Trotzdem kehrte sie mit viel Selbstvertrauen und zusätzlicher Motivation heim. «Europäisch bin ich nun dabei», sagt sie.