Risiko zahlte sich nicht aus.
Ronnie Schildknecht fand am Ironman Hawaii nie sein gewünschtes Körpergefühl. Nach den ersten Laufkilometern kapitulierte er.
Optimistisch war der Fünffachseriensieger des Ironman Switzerland in Kailua Kona, Hawaii, zu den 3,9 km Schwimmen, 180 km Velo und 42,2 km Laufen gestartet. Der vierte Platz von 2008 sollte ihm beim Showdown der Langdistanz-Triathleten als Massstab dienen. Sollte.
Schon die Auftaktdisziplin glückte dem 32-Jährigen nicht wunschgemäss. 55:56-Minuten war Schildknecht unterwegs beim Schwimmen. «Zu lange, und vor allem waren mir die Besten davon geschwommen», sagte er. An 73. Position befand er sich – ein erster Dämpfer. Die Anstrengungen, die er in diesem in dieser Sparte unternommen hatte, zahlten sich nicht aus. Und – beunruhigender – Muskelkrämpfe zeigten ihm bereits Limiten auf.
Rückschläge aber gehören zu einem Ironman. «Es ist noch nichts verloren», sagte er sich. Eigene und überlieferte Hawaii-Erfahrungen haben gezeigt, dass sich vor allem dieses Rennen wenden und zum Erfreulichen entwickeln kann. «Energiegeladen» machte er sich so auf die Verfolgung der Titulare. Mit Michael Weiss, dem Österreicher, der sich letztes Jahr auf Hawaii über den 13. Platz freute, fand er einen Mitkonkurrenten mit denselben Ambitionen. «Volles Risiko nehmen», wollte er nun. Sein erklärtes Ziel waren noch immer die Top 5, «und mit dieser Ausgangsposition gab es nur die Variante topp oder Flop».
Die Frauenleaderin im Nacken.
Für die Ernüchterung sorgte rasch die Uhr. Der Abstand zu den Führenden verkleinerte sich nicht – im Gegenteil: Er wuchs an. Und seine Durchschnittsgeschwindigkeit fiel ab. Und nach 120 Radkilometern arbeitete ein weiterer Faktor gegen Schildknechts Willen: die schwindende Kraft. Energiedefizite machte er aus. Jetzt wusste er: «Mein Tag wird das heute nicht.» Die untrügliche Bestätigung dafür: Sogar die Frauenleaderin Julie Dibens (Gb) – in der Velo-Anfangsphase eingeholt und sofort stehen gelassen – schloss praktisch wieder zu ihm auf.
An 27. Position wechselte Schildknecht in die Laufschuhe. Desillusioniert war er bereits. Ständig zunehmende Schmerzen in der Gesässmuskulatur kamen hinzu. «Ich brachte kaum mehr einen Fuss vor den andern», beschrieb er. Nach gut drei Kilometern auf der Laufstrecke stieg er aus. Nach 2007 war’s seine zweite Kapitulation auf Hawaii. «Ich bin riesig enttäuscht», sagte er. Als seine Aufgabe für die kommenden Tage und Wochen betrachtet er es, nach Gründen für das Scheitern zu suchen.
Kailua Kona, Hawaii (USA). Ironman WM.
3.8 km Schwimmen, 180 km Rad, 42.195 km Laufen.
Männer:
1. Craig Alexander (Au) 08:03:56.
2. Pete Jacobs (Au) 6:45 Minuten zurück.
3. Andreas Raelert (D) 8:49.
4. Dirk Bockel (Lux) 9:02.
5. Timo Bracht (D) 17:44.
6. Mike Aigroz (Sz) 18:49.
26. Mike Schifferle (Sz) 48:05.
Aufgegeben:
Ronnie Schildknecht «ewz power team», Beginn Laufstrecke.
Mathias Hecht (Sz), nach der Hälfte der Radstrecke.
Frauen:
1. Chrissie Wellington (GB) 08:55:08.
2. Mirianda Carfrea (USA) 2:49 Minuten zurück.
3. Leanda Cave (USA) 9:21.
4. Rachel Joyce (GB) 12:49.
5. Caroline Steffen (Sz) 14:24
6. Karin Thürig (Sz) 19:52.
14. Natascha Badman (Sz) 36:23.
Aufgegeben:
Julie Dibens (Gb), nach 13 km Laufen; lange in Führung liegend.
AG M40-44:
1. Andrea Zamboni (Agarone) 8:53:26.
8. Bruno Invernizzi (Quartino) 9:13:38.
AG M44-M49:
6. Daniel Schaeren (Belp) 9:31:19.
AG M60-64:
1. Louis Ackermann (Vessy) 11:03:41.
AG M65-69:
4. Hansjörg Fässler (Bachenbülach) 12:18:48.
AG W40-44:
4. Sandra Patt (Hirzel) 10:04:15.
AG W50-54:
3. Carmen Grosse (Zürich) 11:12:07.