Ronnie Schildknecht belegte am Ironman Hawaii Platz 15, war enttäuscht und gleichzeitig stolz.
«Nicht mein Tag»
Ronnie Schildknecht belegte am Ironman Hawaii Platz 15, war enttäuscht und gleichzeitig stolz.
Kein Top-, aber auch kein Flop-Rennen nannte Ronnie Schildknecht das, was er auf den 3,9 km Schwimmen, 180 km Velo und 42,2 km Laufen auf Big Island Hawaii zu leisten vermochte. Doch das war nicht genug für einen Toprang wie vor zwei Jahren (4. Rang), war aber besser als sein Vorjahresergebnis (18.). Platz 15 belegte der 31-Jährige nun, 22:14 Minuten hinter Sieger Chris McCormack (Au), 15:58 Minuten hinter dem dritten Podestrang von Marino Vanhoenacker (Hol), 8:47 Minuten hinter dem zehnten Rang von Ex-Hawaii-Champion Faris Al-Sultan (D). Platz 10 war sein ursprüngliches Minimalziel gewesen.
Analyse notwendig.
«Ganz schlecht» hatte es begonnen. 56 Minuten benötigte er für die Schwimmstrecke – «vier Minuten zu viel», wie er betonte. Die Folge: «Der Zug war bereits abgefahren.» Wieso dem so war, will er in den nächsten Tagen in der Rennanalyse eruieren. Nur an Position 46 stieg er aufs Velo. Und in seiner Paradedisziplin glückte ihm die Aufholjagd ebenso wenig. Statt Zeit gutzumachen verlor er weitere Minuten auf die Allerbesten. Zehn waren es beim Wendepunkt nach 90 km. Allerdings, einen Grund dafür musste er nicht suchen: muskuläre Probleme im linken Gesäss.
Besser lief es ihm auf der zweiten Streckenhälfte. Position um Position machte er gut. Dennoch wechselte er nur als 20. auf die Marathonstrecke. Dank «soliden 2:57:20-Stunden für den Marathonlauf, arbeitete er sich auf Platz 15 vor. Bester Schweizer war er damit, aber alles andere als glücklich. Dennoch betonte er das Erfreuliche: «Wenigsten dieser Abschluss freut mich.» Es war mehr als die rein körperliche Leistung im Marathon: Er hat den enttäuschenden Rennverlauf weggesteckt und sich mit positiven Gedanken der Krise entgegengestemmt. «Darum empfinde ich auch etwas Stolz», sagte er.
Zwei Punkte hob Schildknecht nach dem Rennen hervor: «Der Sieg von Chris McCormack freut mich enorm.» Mit dem Australier hat er in der Vorbereitung in Westlake Village (Ca) und auf Hawaii oft trainiert – und mitgehalten. Daraus schloss er: «Training und Wettkampf sind eben zwei Paar Schuhe.» Um eine neue Erkenntnis handelte es sich auch für ihn nicht.
Kailua Kona, Hawaii (USA). Ironman WM.
3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren, 42,195 km Laufen.
Männer:
1. Chris McCormack (Au) 8:10:37
2. Andreas Raelert (D) 1:40
3. Marino Vanhoenacker (Be) 2:37
4. Craig Alexander (Au) 6:16
5. Raynard Tissink (SA) 9:34
6. Timo Bracht (D) 11:23
15. Ronnie Schildknecht (ewz power team) 22:14.
Aufgegeben: Mathias Hecht (Sz; Rad), Mike Aigroz (Sz, Laufen)
Frauen:
1. Mirianda Carfrae (Au) 8:58:36.
2. Caroline Steffen (Sz) 1:24
3. Julie Dibens (Gb) 11:28
4. Virginia Berasategui (Sp) 18:21
5. Rachel Joyce (Gb) 20:12
6. Karin Thürig (Sz) 24:12
7. Yvonne Van Vlerken (Ho) 24:57
Nicht gestartet: Chrissie Wellington (Gb)