WM-Gold für Riederer und Co.

An der Team-Weltmeisterschaft in Lausanne sicherte Sven Riederer als Schlussläufer der Schweiz WM-Gold und die erfolgreiche Titelverteidigung.

Mit einem Vorsprung von 15 Sekunden auf Neuseeland und 42 Sekunden auf Frankreich wurde das Aushängeschild des «ewz power team» von Nicola Spirig auf den Schlussabschnitt geschickt. Die zweifache Europameisterin hatte die vorzügliche Ausgangslage, welche Daniela Ryf auf der Startstrecke und Ruedi Wild auf dem zweiten Abschnitt erarbeitet hatten, genutzt und sich von den letzten Konkurrenten gelöst.

Nochmals 265 m Schwimmen, 6 km Velo und 1,2 km Laufen standen für Riederer nun an. Einfach war die Aufgabe nicht. «Ein solcher Vorsprung kann gefährlich sein», war er sich bewusst, «du kannst dich verkrampfen.» Der 29-jährige Routinier meisterte die Herausforderung mit Bravour. Er erklärte: «Ich versuchte cool zu bleiben, was mir auch hervorragend glückte.» Vor allem auf den beiden anspruchsvollen Velorunden forcierte er eindrücklich. Weitere Sekunden holte er heraus. Vor allem vor David Hausse, dem Schlussläufer der Franzosen, hatte er Respekt. Hausse hatte am Vortag über die Sprint-Distanz Platz 3 belegt.

Genussvoller Zieleinlauf

Nach der Parforce-Leistung auf dem Velo waren die Gold-Ambitionen der Widersacher zerstört. Riederer liess auch auf der Laufstrecke nichts anbrennen. Zu einem Zieleinlauf kam er, den er in vollen Zügen geniessen konnte. Von «einer grandiosen Ambiance» sprach er. Er konnte es sich erlauben, auf den letzten 50 Metern abzubremsen, die Schweizer Fahne zu schwenknen, sich hinzuknieen, Hände abzuklatschen und das Zielband marschierend hochzustemmen.

Um den ersten internationalen Titel handelte es sich für Riederer, nachdem er bereits Olympia-Bronze (2004) und EM-Bronze (2005, ebenfalls in Lausanne) gewonnen hatte, jeweils als Einzelathlet. Dass der Stellenwert (noch) nicht dieselbe Stufe geniesst und dass etwa Australien und England nicht mit den Top-Athleten angetreten waren, störte in diesem Augenblick nicht. Zu Recht hielt Riederer fest: «Wir waren ein tolles, ein richtiges Team. Wir hielten zusammen und kämpften füreinander. Das war ausschlaggebend für unseren Erfolg.»
Erfolgreich verteidigten die Schweizer den Titel, den sie vor einem Jahr in Des Moins (USA) bei der ersten Vergabe errungen hatten – damals in der Besetzung Magali Di Marco, Ruedi Wild, Daniela Ryf und Lukas Salivsberg (ebenfalls vom «ewz power team»).

Lausanne (Sz). Triathlon de Lausanne. ITU Team Triathlon World Championship.
265 Meter Schwimmen, 6 km Rad, 1.2 km Laufen.

1. Schweiz 1 (Daniela Ryf, Ruedi Wild, Nicola Spirig, Sven Riederer) 1:13:31.
2. Frankreich (Jessica Harrison, Frédéric Bélaubre, Carole Peon, David Hauss) 0:40 Minuten zurück.
3. Neuseeland (Kate Mcllroy, Tony Dodds, Nicky Samuels, Ryan Sissons) 0:49.
4. Deutschland (Anja Knapp, Franz Loschke, Anne Haug, Gregor Bucholz) 2:33.
5. Schweiz 2 (Melanie Annaheim, Marc-Yvan de Kaenel, Magali di Marco Messmer, Sébastien Gacond) 2:55

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