Schildknecht-Serie dauert an.

Mit seinem vierten Triumph in Folge glückte dem Ironman-Aushängeschild des «ewz power team» Einzigartiges. Stefan Riesen belegte Rang 4.

Ein Schildknecht-Sieg in Zürich scheint mittlerweile Programm. Nach 2007, 2008 und 2009 triumphierte der bald 31-Jährige erneut. Und er sorgte bei seinem vierten Einlauf als Sieger des Ironman Switzerland und nach den 3,8 km Schwimmen, 180 km Velo und den 42,2 km Laufen in 8:12:40–Wettkampfstunden für gewaltiges Staunen. «Woher kommt dieser Mann?», fragten sich die Zuschauer in der Zielarena, «spürt dieser Athlet die Strapazen überhaupt?» So leichtfüssig, so beschwingt, so locker kam er daher. Und nur wenige Sekunden benötigte er und schon schien er wieder erholt. Er trabte er zurück in den Zielkanal, liess sich feiern, begrüsste Freunde und Bekannte. Und er verneigte sich.

Sodann erklärte seine Gefühle auf dem langen Weg ins Ziel. Bemerkenswertes sagte er. Etwa: «Mein Bild hier entspricht wohl nicht der Realität. Wenn die letzten Meter beschwingt aussehen, müssen es die Kilometer zuvor nicht gewesen sein. Da war viel harte Arbeit dabei». Auch mentale Arbeit. Ins Zweifeln sei der immer wieder geraten, sagte Schildknecht. Eine Unsicherheit beschlich ihn, die er lange nicht abzulegen vermochte – auch nach dem perfekten Schwimmen nicht. Auf dem Velo sorgte er zwar für eine Vorentscheidung, sich lösen von Mike Aigroz und vom Spanier Mikel Elguezabal vermochte er aber nicht.

Dennoch wuchs seine Sicherheit ständig: Ihm war klar, dass er leistungsstärkster Läufer sein würde in diesem Trio. Deshalb verunsicherte ihn auch nicht, als Mike Aigroz während den ersten 10 Laufkilometern bei ihm dran blieb. Sodann löste er sich und kämpfte nun vorab mit sich selber. «Immer wieder antreiben, musste ich mich», sagte er. Er tat’s erfolgreich. Im Ziel betrug sein Vorsprung auf den zweitplatzierten Deutschen 16:38-Minuten, 21:44-Minuten auf den dritten Aigroz.

Riesens Dauerkampf.
Nach seinen beiden zweiten Rängen in den beiden Vorjahren musste sich Stefan Riesen, Ironman Switzerland-Sieger von 2006, mit dem vierten Rang begnügen. Völlig abgekämpft erreichte er 24:30-Minuten nach Schildknecht das Ziel. «Die Probleme begannen schon mitten in der Nacht», sagte er. Starke Halsschmerzen weckten den Routinier. Der Infekt begleitete ihn den ganzen Tag. Auf dem Velo geriet er «in eine Riesenkrise». Ans Aufgeben dachte er. Doch beim Laufen kam er plötzlich wieder zu Energie. Die erste Streckenhälfte lief er ausgezeichnet. Ehe es ihn wieder traf, diesmal noch brutaler: «Die Beine wurden schwerer und schwerer. Auf den letzten 20 km war’s wie ständig Messer in die Muskeln gestochen würden.»

Zürich. Ironman Switzerland.
3,8 Schwimmen, 180 km Radfahren, 42,2 Laufen.
Männer:
1. Ronnie Schildknecht «ewz power team» 8:12:40.

2. Swen Sundberg (D) 16:38 Minuten zurück
3. Mike Aigroz (Chateau d’Oex) 21:44
4. Stefan Riesen «ewz power team» 24:30
5. Gerrit Schellens (Be) 25:46
6. Stefan Schmid (D) 26:19 (1. M18.24)
7. Mikel Elguezabal (Sp) 29:24.
8. Mike Schifferle (Ballwil) 31:11.
9. Pieter Helin (Be) und Rafael Wyss 34:36,8.
12. Jean Marc Cattori (Locarno) 42:13.

Aufgegeben: u.a. Mathias Hecht (Willisau, nach 2 km Laufen)

Frauen:
1. Karin Thürig (Retschwil) 9:00:04. (Neuer Streckenrekord, bislang Thürig/2000, 9:10:54)
2. Helen Bij De Vaate (Ho) 23:46.
3. Monika Lehmann (Berikon) 28:21.
4. Simone Benz (Horgen) 29:39.
5. Regula Rohrbach (Zürich) 36:21.
6. Sarah Schütz (Rümlang) 36:41.

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