Fischlins Grenzerfahrung.
Die letzten Gigathlon-Single-Geschichten schrieb Roger Fischlin. 2006, 2007 und 2009 dominierte er die Gigathlon-Singles jeweils schier nach Belieben. Zu einem vierten Triumph in dieser Sparte reichte es nicht, obwohl es lange danach ausgesehen hatte. Mit komfortablem Vorsprung führte der 34-Jährige vom «ewz power team» die Konkurrenz am ersten Wettkampftag über die 39 Inline-, 46 Bike-, 101 Rad-, 3 Schwimm-Kilometer an. Und auch auf der abschliessenden Laufstrecke zwischen Interlaken und Thun deutete auf den ersten 20 Kilometern nichts auf eine Änderung hin.
Fast von einem auf den andern Meter war aber plötzlich sämtliche Energie weg. «Ich musste anhalten und 20 Minuten marschieren», beschrieb er. «Völlig leer», sei er gewesen, ein «Opfer» von Hitze, Dauersonnenschein und Unterzuckerung. Wieder aufwärts ging’s nachdem er einen halben Liter Eistee zu sich genommen hatte. Doch die Leaderposition war entschwunden. Marc Pschebizin und Samuel Hürzeler liefen nun klar vor Fischlin – und es war nicht mehr daran zu denken, sie wieder abzufangen.
Nochmals einen Versuch unternahm «Fisch» am zweiten Tag. Er dominierte das Rennen am «Shining Sunday» von Beginn an. Im Schwimmen und auf den Inline Skates spielte er seine Stärke aus und baute rund 8 der gut 15 Minuten Rückstand auf Pschebizin ab. Auf dem Velo kam er gar bis auf 100 Sekunden an den achtfachen Sieger des Inferno Triahtlons heran. Ein Defekt und eine kleine Krise drehten die Geschichte aber wieder. «Ich konnte Marc auch mit einem perfekten Schluss-Lauf nie richtig gefährlich werden», bedauerte Fischlin. Und Pschebizin lachte: «Ich hatte noch Reserven und fühlte mich nie wirklich bedroht.»
Die Stimmung von Roger Fischlin war zwiespältig. Immerhin der zweite Tag stellte ihn zufrieden: «Ich konnte zeigen, was ich draufhabe», sagte er, «Tag 1 aber muss ich nicht nochmals erleben.»
GIGATHLON 2010. Region Thun, 2 Tage, total 452 km und 7940 Höhenmeter verteilt auf: Inline 68km, Mountenbike 93 km, Rennvelo 229km, Schwimmen 6km, Laufen 50km, Männer:
1. Marc Pschebezin (D)
2. Roger Fischlin «ewz power team» 6:21 zurück.
3. Samuel Hürzeler (Steffisburg) 21:29