Schildknecht und Hofer auf dem Ehrenplatz.
Am Ironman 70.3 in Rapperswil belegten die ewz-Athleten Ronnie
Schildknecht und Nicole Hofer je den zweiten Platz – Schildknecht hinter Weltmeister Michael Raelert (D), Hofer hinter Caroline Steffen.
Drei Mal hatte Ronnie Schildknecht den eindrücklichen Einlauf als Sieger des Ironman 70.3 in Rapperswil genossen. Zu einer vierten Auflage kam’s (vorläufig) nicht. Schildknecht fand einen Bezwinger. In der Person des Weltmeisters über die Distanz von 1,9 km Schwimmen, 90 km Rad und 21,1 km Laufen war dies ein hochkarätiger Vertreter. Michael Raelert nahm dem je dreifachen Sieger von Rapperswil und vom Ironman Switzerland in Zürich 6:42-Minuten ab. Eine klare Sache war’s. «Michael war heute eindeutig stärker als ich», gestand denn Schildknecht auch neidlos.
Enttäuscht war der 29-Jährige indes nicht, sondern viel mehr «superhappy». Mit dem Rennverlauf hatte dies zu tun. Nach einer soliden Schwimmleistung (15. Stelle) arbeitete er sich auf dem Velo erwartungsgemäss nach vorn, an zweite Stelle nämlich. Nur Raelert bewältigte die anspruchsvollen beiden Runden durchs die Voralpen 35 Sekunden schneller. Dem einstigen Weltmeister über die Olympische Distanz, Olivier Marceau, nahm Schildknechgt aber 1:22-Minuten ab. Zwei Sekunden vor dem Routinier wechselte er sodann auch die abschliessende Laufstrecke.
Einen packenden Zweikampf lieferten sich die beiden Rivalen. Vorübergehend durchbrochen wurde dieser durch Muskelkrämpfe von Schildknecht nach rund 18 km bei der Schlosstreppe in Rapperswil. «Ich musste anhalten, dehnen, mich entspannen», sagte er. Eine heisse Boullion nahm er zu sich – und fragte später mit einem Lachen: «Was tut man nicht alles für die Leistung?» Die Massnahme half. Schildknecht kam «zur zweiten Luft». Den Rückstand auf Marceau von beinahe einer Minute vermochte er kontinuierlich zu verringern. Und bei der zweiten Passage der «Stairways to Heaven» überholte er den französisch/schweizerischen Doppelbürger wieder. Bis ins Ziel geriet Platz 2 nie mehr in Gefahr.
Hofers mit harten 10 letzten Kilometern.
Ebenfalls starke Zweite wurde Nicole Hofer. Einzig von Caroline Steffen, der nach Australien ausgewanderten, WM-Vierten Chamerin, die bereits ihren dritten 70.3-Sieg in dieser Saison feierte, musste sie sich bezwingen lassen – um 5:56-Minuten. Völlig abgekämpft und torkelnd erreicht sie das Ziel. «Es lief mir sehr gut bis auf die letzten 10 Laufkilometer», sagte die 24-Jährige Hofer. Ihre Limiten erreicht sie auf dem letzten Teilstück. Es machte sich bemerkbar, dass sie im letzten Monat nur wenig gelaufen war, nie länger als 15 km am Stück. «Sehr hart» war’s da geworden. Nahe am Aufgeben sei sie gewesen, trotz der hervorragenden Position. Im Ziel konnte sie sich bald freuen: Mit Ausnahme des wenig bedeutenden Hell of the West in Australien (Sieg 2007) glückte ihr das beste 70.3-Ergebnis nach zwei dritten Rängen am Half Ironman Tasmania (Au) im 2007 und dem Ironman 70.3 in Austin (USA) im 2009. Der hochdotierten Karin Thürig (3.) nahm sie 3:44-Minuten ab.
Rapperswil-Jona. Ironman 70.3 Switzerland Triathlon, (1,9/90/21,1 km), Männer:
1. Michael Raelert (D) 3:47:47
2. Ronnie Schildknecht «ewz power team» 6:42
3. Olivier Marceau (Vallauris Fr/Sz) 7:29
4. Romain Guillaume (Fr) 11:19
5. Masimo Cigana (It) 14:05
6. Axel Zeebroek (Be) 15:19
Ferner: 8. Marc Widmer (St. Gallen) 18:04
10. Mathias Hecht (Willisau) 19:57
11. Mike Aigroz (Châteaux d’Oex) 21:04
Frauen:
1. Caroline Steffen (Cham) 4:19:29
2. Nicole Hofer «ewz power team» 5:55
3. Karin Thürig (Retschwil) 9:39
4. Simone Benz (Horgen) 14:43
5. Eva Janssen (Ho) 22:62
6. Sandra Patt (Hirzel) 24:49
Ferner: 12. Nina Brenn (Zürich) 37:47