Medaillensegen für Martina van Berkel.
Zwei Mal Gold, drei Mal Silber und ein Mal Bronze – mit dieser Erfolgsbilanz kehrte Martina van Berkel von den Schweizer Langbahn-Meisterschaften der Schwimmer in Genf heim.
Trotzdem dieser sieben Medaillen erlebte die 21-Jährige Freude wie Enttäuschung. Ihr Hauptziel verpasste die 21-Jährige: die Limite für die Europameisterschaften dieses Sommers in Budapest in ihrer Paradedisziplin 200 m Delphin. 2:12,34 sind gefordert. Sowohl im Vorlauf (1,81 Sekunden) wie im Final (63 Hundertstel) war’s ziemlich knapp. «Ich beging einen entscheidenden Fehler», sagte sie zu ihren Rennen. Nach 150 m wagte sie einen Blick auf die Wettkampfuhr. Das raubte Konzentration und verleitete zu einer falschen Sicherheit. Verpasst ist damit noch nichts: Sowohl an den Freiluft-Meisterschaften vom 2. bis 4. Juli in Vaduz und zuvor am Pariser Schwimm-Meeting (26./27. Juni) können die Limiten noch erfüllt werden.
Eindrückliche Titel-Serien.
Trotz des verpassten Ziels erlebte und wertete Martina van Berkel aber auch das Erfreuliche. In ihren Hauptdistanzen, den 200 m Delphin und den 200 m Rücken, distanzierte sie die Konkurrenz um mehrere Sekunden. In der Rücken-Disziplin wurde sie zum sechsten Mal in Folge Meisterin, im Delphin zum fünften Mal. Und wie Dominik Meichtry bei den Männern zeigte sie bei den Frauen die beste Leistung (nach FINA-Punkten) – über 200 m Delphin.
Keine persönlichen Bestzeiten erwartete sie in ihren andern Disziplinen. Die 15 Wochen ohne Wassertraining im Herbst sowie die neue Situation mit den Anzügen nannte sie als Grund. Weil sie aber zwei Wochen zuvor am Hi-Point Meeting schneller unterwegs war, fand sie dennoch Grund zur Selbstkritik. Die Silbermedaillen gewann sie über 100 m Rücken, 4×100 m Crawl und 4×100 m Lagen, Bronze gab’s über 100 m Delphin.