Stolz nach erster Enttäuschung

ewz ironman hawaii.
«Schon bei den ersten Tritten in die Pedale spürte ich, dass etwas nicht stimmt», sagte Ronnie Schildknecht. Und das Gefühl liess sich nicht überwinden. «Kein Druck, keine Power in den Beinen», verspürte er auf den gesamten 180 Velokilometern. Und als 24. nach dem Wechsel in die Laufschuhe war’s längst klar: «Ein befriedigendes Ergebnis ist nicht mehr möglich.»

Begonnen hatte der Ironman Hawaii für Schildknecht viel versprechend. Nach 53:33-Minuten stieg er aus dem Pazifischen Ozean. Eine bis zweieinhalb Minuten lag er damit hinter den Schwimmspezialisten unter den Mitfavoriten. Und die Ausgangslage schien für einige Augenblicke gar besser als im Vorjahr. Es blieb bei der kurzen Freude.

Stattdessen gab es in den folgenden gut sieben Stunden manch mentales Tief zu bewältigen. Immer wieder tauchte der Gedanke ans Aufgeben auf, zumal er seine Position nicht merklich verbessern konnte. Nach dem Wechsel in die Laufschuhe sagte er: «So zu kämpfen ist hart und zermürbend.» Nicht erstaunlich daher, dass ihm dieser Marathon viel härter und länger vorkam als jener im Vorjahr. Immer wieder hatte er sich speziell zu motivieren. Am Schluss benötigte er für die 42,2 km bei grosser Hitze 3:07:40-Stunden und befand die Zeit als «für ein solch schlechtes Rennen gar nicht so schlecht». Als Positivdenker sah er gar rasch Erfreuliches dabei: «Ich bin stolz, dass ich durchhielt, das war eine Willensleistung, die mich hoffentlich weiter bringt. Und bereits wieder Hoffnung schöpfend schloss er: «Noch vor wenigen Jahren wäre ich mit diesem Rang glücklich gewesen.» Bereits gelang es ihm, abzuhaken und die Gedanken in die Zukunft zu richten.

Riesen steht vor Rätsel.
Voller Zuversicht angetreten war auch Schildknechts Team- und Trainingskollege Stefan Riesen. Doch der routinierte Berner beklagte schon beim Schwimmen «fehlenden Zug». Entsprechend schlecht war er positioniert. Und auf dem Velo vermochte er nicht wie gewohnt viele Plätze gutzumachen. «Mir fehlte der Druck», sagte auch er. Muskuläre Probleme in der Gesässmuskulatur kamen ab dem Wendepunkt bei km 90 in Hawi hinzu. Er fuhr zurück nach Kailua Kona in die Wechselzone und hoffte auf Besserung beim Laufen. Diese trat nicht ein. Stattdessen entwickelte sich bei der grossen Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit so etwas wie ein Hitzestau. In aussichtsloser Position gab Riesen auf.

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