Ronnie Schildknecht gewinnt Ironman SWITZERLAND.
Schildknecht: den Triumph erdauert.
Ronnie Schildknecht gewann den Ironman Switzerland trotz Selbstzweifeln auf dem Velo. Stefan Riesen lief auf Rang 2. Wie im Vorjahr gab’s einen Doppelerfolg fürs «ewz power team», mit denselben Protagonisten.
Schliesslich liess das Klassement nicht an Deutlichkeit vermissen: 11:10-Minuten betrug die Reserve, mit der Ronnie Schildknecht das Ziel erreichte: vor seinem Teamkollegen Stefan Riesen. Als souverän erlebte der 29-Jährige das Rennen in Zürich allerdings lange nicht. Vielmehr sagte er: «Ich zweifelte, zweifelte lange.» Der Grund dieser Diskrepanz lag im Rennverlauf. Seine exzellenten Qualitäten auf dem Velo vermochte er nicht auszuspielen. Die von ihm angestrebten Rundenzeiten von je 2:13-Stunden verpasste er mit einer Totalzeit für die 180 Velokilometern von 4:34 deutlich. Zurückführen liess sich diese Einbusse nicht allein auf die (zum Teil) nasse Strasse. Diese Fakten bestätigte Schildknecht. «Meine Beine waren nicht wie gewünscht», sagte er und präzisierte: «Vor allem in den Steigungen brannten die Beinmuskeln.» Und das erforderte einen haushälterischen Umgang mit den Ressourcen.
Geduldig
Absetzen konnte er sich deshalb nicht. An die Spitze vorgefahren war er zwar bereits bei Halbzeit. Sich lösen von den Begleitern konnte er aber nicht. Mikael Aigroz, der Romand sowie Romain Guillaume (F) folgten ihm. Beim Aufstieg zur Forch musste zuerst Aigroz abreissen lassen, in der Abfahrt hatte Guillaume keine Chance zu folgen. Eine Vorentscheidung war gefallen. Und später mussten beide für ihre Efforts büssen. Aigroz gab auf, Guillaume fiel auf Position 9 zurück.
Schildknecht aber fand den Tritt. Seinen Rhythmus habe er heruntergespult, erklärte er im Ziel. Mit einer Zeit von 2:50:36-Stunden realisierte er eine hervorragende Abschnittszeit, mit Abstand die beste. «Plötzlich fühlte ich mich ausgezeichnet», beschrieb er und sprach «von einer positiven Wende innerhalb des Rennens». Solches zu erleben, empfindet er immer als «speziell». Und deshalb hielt er im Ziel auch fest: «Dies ist wohl mein schönster Ironman-Sieg.» Nicht zuletzt zeigt er auch die Stärke von Schildknecht auf: Zum dritten Mal in Serie setzte er sich durch – Gleiches schaffte bisher erst Olivier Bernhard zwischen 2002 und 2004. Und im Gegensatz zu Bernhard glückte ihm gleichzeitig jeweils das Double Ironman 70.3 und Ironman. Zu Bernhards Zeiten allerdings gab es das Halbdistanz-Rennen in Rapperswil noch nicht. Jetzt geht es für Schildknecht darum, das Jahr zu krönen: Mitte Oktober am Ironman auf Hawaii.
Riesen wieder Rang 2
Hervorragend schlug sich ebenfalls Stefan Riesen. Der bald 36-jährige Routinier, im 2006 Gewinner des Ironman Switzerland, lag bereits nach dem Schwimmen sechseinhalb Minuten hinter Schildknecht. Sodann setzte er zur gewohnt eindrücklichen Aufholjagd an. Auf dem Velo realisierte er die beste Abschnittszeit (42 Sekunden schneller als Schildknecht). Als Dritter wechselte er in die Laufschuhe. Nachdem er Guillaume überholt hatte, war der zweite Platz nicht mehr gefährdet.
Zürich. Ironman Switzerland Triathlon
Männer:
3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren, 42,195 km Laufen.
1. Ronnie Schildknecht «ewz power team» 8:20:20 (52:08, 4:34:44, 2:50:36).
2. Stefan Riesen «ewz power team» 11:10 zurück (59:19, 4:33:51, 2:55:31) 3. Torsten Abel (De) 16:38.
4. Uwe Kappelhoff (De) 19:17.
5. Pieter Helin (Bel) 19:55.
6. Christophe Bastie (Fr) 24:23.
230. Rang Robin Lörtscher 12:05:25 «ewz power team»
356. Rang Guido Lanter 13:01:18 «ewz power team»
Damen:
20. Rang Ursula Kenel-Schmid 10:23:36 «ewz power team»
27. Rang Renata Salvisberg 10:41:20 «ewz power team»