Fischlin vor Alpiger – ewz-Doppelsieg am Gigathlon.
Mit Roger Fischlin setzte sich am diesjährigen Gigathlon in der Ostschweiz der Favorit durch. Mit Markus Alpiger auf Position 2 glückte nicht nur ein Doppelsieg fürs «ewz power team», sondern auch eine dicke Überrachung.
Drei Tage dauerte der erste Gigathlon des nächsten Fünfjahreszyklus’. Doch wie im 2006 und 2007 – im alten Zyklus also – hiess der Sieger Roger Fischlin. In souveräner Manier dominierte der Gigathlon-Spezialist vom «ewz power team» über die 448 km mit den gut 8300 Höhenmetern. 17:51:56-Stunden Wettkampfzeit benötigte er. 56:59-Minuten schneller war er damit als sein härtester Verfolger Markus Alpiger. Und zum Vergleich: Lediglich 22 der 845 klassierten Fünferteams wurden mit einer besseren Zeit gestoppt. Bei den Couples (Zweierteams Frau/Mann, Frau/Frau) kam keine Equipe annähernd an Fischlin heran.
Von Leichtigkeit hingegen wollte der 33-jährige Kantonspolizist (100 Prozent Anstellung) nichts wissen. «Derart an Grenzen wie in diesem Jahr bin ich noch kaum je gekommen», schilderte er. Den Aufstieg auf den Hohen Kasten (1795 müM) thematisierte er. Von Oberiet her waren da nicht nur 1400 Höhenmeter zu bewältigen, sondern auch mit Hitze und im obersten Teil einem enormen Gefälle war klarzukommen. «Oben war ich fix und foxi, waren Körper und Geist nicht mehr im Gleichgewicht», schilderte er. Weil die Zeit für die Seilbahnfahrt hinunter aber neutralisiert wurde, bot sich die Möglichkeit zur Regeneration und zur Aufnahme von Flüssigkeit und Nährstoffen. Fischlin nutzte diese sofort. In Brülisau war er erneut bereit für einen Sondereffort auf dem Bike.
Leidensweg
In Gefahr geriet der Start-/Zielsieg auch am zweiten Tag nie. Fischlin aber musste erneut leiden. Diesmal machte sich nach der langen Inline-Strecke (43 km) und nach dem Schwimmen der Rücken bemerkbar. «Qualvoll war’s auf dem Bike und dem Rennvelo», sagte er. «Erlösung» brachte er der abschliessende 24-km-Lauf zurück nach St. Gallen. Die Rückenmuskulatur entspannte sich. Ein triumphaler Empfang wurde dem Dreifach-Gigathlon-Sieger geboten. Fischlin genoss und sprach von «den Glückhormonen, die sich auf dem Schlussabschnitt bemerkbar machten». Eine «riesige Erleichterung» verspürte er.
Alpiger und die Angst Den Erfolg des «ewz power team» komplettierte Markus Alpiger. Wie Fischlin gehört er der Polizei-Nationalmannschaft wie auch dem «ewz power team» an. Im Gegensatz zu Fischlin aber kommt sein Erfolg einer Überraschung gleich. An zwei Gigathlons hat er bisher teilgenommen. Zu zwei Mal Platz 6 reichte es. «Ich peilte eine Platzierung in den Top ten an», sagte er. Erst als er sich am Samstag unverhofft auf Position 2 vorfand, revidierte er sein Ziel. Die Angst, noch vom Ehrenplatz verdrängt zu werden, verliess ihn allerdings bis zu letzt nie. «Laufen ist nicht meine Stärke», sagte er. Sein Blick schweifte deshalb immer wieder zurück. «Ich fürchtet den Einbruch», gestand er ein.
GIGATHLON 2009
1. Tag: 3 km Schwimmen/57 km-100 Hm Inline/90 km-1700 Hm Rennvelo/12 km-1400 Hm Laufen/40 km-1200 Hm Bike
2. Tag: 2.8 km Schwimmen/43 km-280 Hm Inline/70 km-1200 Hm Rennvelo/24 km-590 Hm Laufen/57 km-820 Hm Bike
Schlussklassement
Single Man:
1. Roger Fischlin, «ewz power team» 17:51:56
2. Markus Alpiger, «ewz power team» 56:59 zurück
3. Marcel Knaus, Ruggel (LI) 1:11:42
4. Adrian Ruhstaller, Magglingen 1:16:41
Couple:
1. Adrenalin, Bracher/Gerber 18:40:15
2. Tempo-Sport, Kern/Kamm 9:32 zurück
3. Salomon, Thüring/Lombriser 12:40
76. ewz duo power, Claudia Günsberg/Nicolas Villard 2:57:35