Martina van Berkel als Lichtgestalt.

An den Schweizer Langbahn-Meisterschaften der Schwimmer in Oerlikon überstrahlte Martina van Berkel vom «ewz power team» die gesamte Konkurrenz – mit vier Einzeltiteln, drei Mal Staffelgold, fünf Schweizer Rekorden und vier WM-Limiten.

«Ich bin überglücklich und hätte vor diesen Titelkämpfen nie mit diesen Zeiten gerechnet», sagte Martina van Berkel. Die bald 20-Jährige Publizistik- und Ethnologie-Studentin gewann über 100 m und 200 m Delphin sowie 100 und 200 m Rücken. Als jene Goldmedaille mit dem grössten Überraschungsfaktor nannte sie jene über 100 m Rücken. Weniger der Titel an sich, denn das Unterbieten der WM-Limite erstaunte sie über 100 m Delphin und 200 m Rücken.

Gewaltige Steigerungen glückten ihr: 2,10 Sekunden blieb sie über 200 m Rücken unter dem 17 Jahre alten Schweizer Rekord von Nathalie Wunderlich, über 100 m Delphin verbesserte sie ihre eigene Bestmarke um 1,66 Sekunden. Dafür hätte sie sich auch über 50 m Delphin einen Vollerfolg herbeigewünscht. Trotz Schweizer Rekord musste sie sich mit Silber zufrieden geben.

Weltklasse über 200 m Delphin

Am meisten steigerte sie sich aber in ihrer Paradedisziplin 200 m Delphin: um 2,37 Sekunden auf international beachtliche 2:10,36-Minuten. «Es geht in die richtige Richtung», sagte sie. Mit dieser Leistung hätte sie sich letztes Jahr sicher für die Olympischen Spiele in Peking qualifiziert. Und sie wäre dort auch einer Halbfinal-Qualifikation nahe gewesen, für die 2:09 erforderlich waren. Zurück führte Martina van Berkel diese Leistungen nicht nur auf ihre hervorragende Form, sondern auch auf die neuen, ultraschnellen, aber umstrittenen Anzüge.

Nach dem Mammutprogramm fühlte sich Martina van Berkel «k.o.» Zu klaren Gedanken und nächsten Zielsetzungen war sie allerdings nach wie vor bereit. «Diese Meisterschaften beweisen mir meine Form», sagte sie. Und die hervorragenden Ergebnisse sieht sie als «Faktor, der die Regeneration erleichtert». Sie gibt sich nun eine Woche Zeit. Dann ist sie bereits wieder gefordert. In Neuenburg finden die Vereinsmeisterschaften statt. Und dort will sie sich auf der Kurzbahn erneut in Szene setzen: für sich selber und für ihren Klub, die Limmat Sharks Zürich. «Ich habe das Glück, in meinen Lieblingsdisziplinen anzutreten», freut sie sich.

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