Riesen: Ziel Top 10 knapp verpasst.

Ronnie Schildknecht und Mathias Hecht gaben nach rund einem Drittel des abschliessenden Marathons auf.

 
Hart, sehr hart seien die Bedingungen gewesen, sagte Stefan Riesen nach den 3,9 km Schwimmen, 180 km Velo fahren und 42,2 km Laufen auf Big Island. Der Ironman 2007 war geprägt von klarem Himmel, hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit. «Brutal heiss», empfand es Riesen. Mit Eis und Wasser von den Verpflegungsstationen versuchte er gegen Überhitzung anzukämpfen. Das wirkte, zeigte aber auch Folgewirkungen: «Das Wasser lief in die Schuhe und dadurch begann es zu reiben, gab’s Blasen», sagte Riesen. Als Problem wollte er dies jedoch nicht dargestellt haben: «Das war für alle gleich.»
 
Riesen, Sieger des Ironman Switzerland von 2006, zeigte ein starkes Rennen. Für seine Verhältnisse schwamm er gut (59:30 Minuten, Platz 214) und fuhr gewohnt stark auf dem Velo. «Ich fühlte mich stark und machte Position um Position gut», erklärte er. Auch beim Marathonlauf machte er weiter Terrain gut. Auf Position 10 hatte er sich vorgearbeitet und die hohe Zielsetzung einer Klassierung in den besten 10 schien realistisch zu werden. Doch dann begann der Magen zu rebellieren. «12 km benötigte ich, um mich wieder zu erholen», sagte er. Die Spitzenposition war dahin. Da nützte es auch nicht mehr allzu viel, dass er sich gegen Schluss des Rennens wieder aufzufangen vermochte. Den Finish um Rang 15 verlor er gegen Tim Bracht (D), den Europameister. Dennoch bilanzierte Riesen:«Das war mein konstantestes Rennen auf Hawaii.» Er erreichte genau jene Klassierung wie bereits 2005.
 
 
Schildknecht: Energie fehlte
 
Keinen letzten Exploit zu landen vermochte Ronnie Schildknecht. Der Sieger des diesjährigen Ironman Switzerland und des Ironman 70.3 in Rapperswil machte auf der ersten Streckenhälfte des Velo-Parcours kontinuierlich Plätze gut. Doch «plötzlich waren die Energiedepots leer», wie er schilderte. Und dieser Zustand besserte sich kaum. Mit deutlich weniger Power fuhr er die Velostrecke zu Ende und stieg um in die Laufschuhe. Als er sich aber nicht mehr verpflegen konnte – der Magen rebellierte – musste er aufgeben. «Flasche leer», sagte er sich und verwies auf die kräfteraubende Saison mit den zahlreichen Höhepunkten hin.
 
 
Hechts Riesenenttäuschung
 
Fast an derselben Stelle wie später Schildknecht hatte Mathias Hecht aufgegeben. Seine Enttäuschung war deutlich grösser. Er sagte: «Ich fühlte mich noch nie so gut vor dem Rennen auf Hawaii und konnte auch unterwegs hervorragend agieren.» Mit den Besten kam er aus dem Meer. Auf dem Velo zählte er zur Spitzengruppe und führte das Feld zeitweise an: «So zu fahren, das war genial», schwärmte er. Doch nach rund halber Distanz bekam er von einem Offiziellen die rote Karte gezeigt. Das bedeutete: vier Minuten Zeitstrafe wegen Windschattenfahrens absitzen. Fortan war auf sich allein gestellt und die Motivation am Boden. Er versuchte es zwar nochmals, machte Zeit gut, doch heran kam er nicht. Und als er in die Laufschuhe gestiegen war, stellte er rasch fest, dass die Probleme im rechten Oberschenkel immer grösser wurden. Nach rund 18 Laufkilometern kapitulierte er und stieg aus.
 
 

Kailua Kona, Hawaii (USA).Ironman WM (3,9/180/42,2 km).
 
Herren
1. Chris McCormack (AUs) 8:15:34
2. Craig Alexander (AUs) 8:19:04
3. Torbjorn Sindballe (DEN) 8:21:30
4. Timothy DeBoom (USA) 8:22:30
5. Marino Vanhoenacker (BEL) 8:23:31
 
16. Stefan Riesen (SUI) 8:38:35
 
Aufgegeben u.a.: Ronnie Schildknecht und Mathias Hecht

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