“Ronnie, das war Weltklasse”.
3. Juni 2007
«Das war schlicht mein Tag. Derart auftrumpfen von A bis Z konnte ich in meiner Karriere bisher noch nicht», strahlte Ronnie Schildknecht im Ziel nach den 1,4 km Schwimmen, 90 km Velo fahren und den 21,1 km Laufen. Immer wieder gratulierten ihm jene, die ihn am Triumph hätten hindern wollen, aber chancenlos blieben. Andrew Johns etwa, der Ex-Weltmeister über die Olympische Distanz aus Grossbritannien, meinte: «Unglaublich, welchen Druck du auf dem Velo erzeugen konntest.» Und Teamkollege Christoph Mauch, Sieger des Ironman Switzerland im vorletzten Sommer und als zweimaliger Vierter am Ironman Hawaii einer der ganz Grossen im Schweizer Langdistanz-Triathlon, sagte anerkennend: «Ronnie, das war Weltklasse.»
Sonderklasse stellte der 27-jährige Thalwiler Schildknecht primär auf den 90 Radkilometern des Wettkampfes dar. 2:08:53-Minuten benötigte er für den anspruchsvollen Velo-Parcours entlang dem Obersee, über Eschenbach und Goldingen. Damit nahm er dem Nächstbesten (Andrew Johns) gut vier Minuten, allen andern annähernd sechs und mehr Minuten ab. Diesen Abschnitt erlebte auch Schildknecht als aussergewöhnlich: «Ich war extrem gut drauf und konnte immer voll Druck auf die Pedalen erzeugen.»
Schildknecht lag beim zweiten Wechsel bereits sicher in Front. Seine Führungsposition verteidigte er auf den 21,1 Laufkilometern souverän. «Nur zu Beginn schmerzte der Rücken und ich fühlte mich schwach», lachte er. Seine Widersacher im Rücken hatte er aber sicher unter Kontrolle. Die fünfbeste Abschnittzeit reichte aus zum klaren Triumph.
Mauchs starkes Debüt
Im Gegensatz zu Schildknecht gab Christoph Mauch an diesem Halfironman seinen Wettkampfeinstand im 2007. Mit Rang 2, 4:43-Minuten hinter seinem Teamkollegen, glückte dieser «sehr zufrieden stellend». Trotz fehlender Wettkampfhärte vermochte er einen hohen Rhythmus durchzuziehen. Als «positive Überraschung» wertete er die Abschnittsbestzeit beim Laufen. Zuversichtlich blickt er so dem ersten Saisonhöhepunkt entgegen, dem Ironman Switzerland vom 24. Juni. Allerdings meinte er gerichtet an Schildknecht, der dort wieder zu seinen Konkurrenten zählen wird: «Alle Topathleten ausser dir hoffen, dass ein solcher Velo-Temporitt über 180 km nicht möglich ist.»
Fischlins Gigathlon-Test
Ebenfalls in Siegerpose lief Roger Fischlin 17:29-Minuten nach Schildknecht ins Ziel. Er sprach von «einem Tempotest im Hinblick auf den Gigathlon». In der Tat wird er im Juli als Single-Athlet deutlich länger unterwegs sein als die gut vier Stunden, die er in Rapperswil-Jona benötigte. Aber er stellte fest: «Mich stellt das Ergebnis sehr zufrieden, und geglückt sind auch die Tests bei der Verpflegung und mit dem Material.» Fischlin bestritt den Ironman 70.3 direkt im Anschluss an ein Trainingslager in Südfrankreich.
Pech hatte bei den Frauen Simone Bürli. Bei einem Raddefekt büsste sie viel Zeit und die Moral ein. Schliesslich erreichte sie das Ziel als elfte, 26:32-Minuten hinter Überraschungssiegerin Nicola Spirig.
Ironman 70.3 – Rapperswil-Jona ((1,4 km/90/ 21,1 km)
Herren
1) Ronnie Schildknecht (ewz power team) 3:46:39
2) Christoph Mauch (ewz power team) 4:43
3) Jimmy Johnsen (Dä) 5:36
4) Andrew Johns (Gb) 6:13
5) Konstantin Bachor (De) 6:58
6) Mikaël Aigroz (Chateau d’Oex) 8:56
11) Serge Meyer (Bern) 15:31
13) Fischlin Roger (ewz power team) 17.29
2) Christoph Mauch (ewz power team) 4:43
3) Jimmy Johnsen (Dä) 5:36
4) Andrew Johns (Gb) 6:13
5) Konstantin Bachor (De) 6:58
6) Mikaël Aigroz (Chateau d’Oex) 8:56
11) Serge Meyer (Bern) 15:31
13) Fischlin Roger (ewz power team) 17.29
Frauen
1) Nicola Spirig (Winkel) 4:15:33
2) Karin Thürig (Retschwi) 4:23
5) Michelle Lee (Gb) 16:34
6) Alison Fitch (Aus) 17:00
Nicole Klingler (Lie) 18:29
11) Simone Bürli (ewz power team) 26:32 (Raddefekt)
2) Karin Thürig (Retschwi) 4:23
5) Michelle Lee (Gb) 16:34
6) Alison Fitch (Aus) 17:00
11) Simone Bürli (ewz power team) 26:32 (Raddefekt)