Riesen wird intern gefordert.

«Eigentlich sollte ich besser sein als letztes Jahr», sagte Stefan Riesen gestern an der Medienkonferenz zum Ironman Switzerland vom Sonntag in Zürich. «Besser sein» bezieht der Berner aus Rüeschegg-Heubach nicht primär aufs Schwimmen und Velo fahren. «Im Schwimmen machte ich die Fortschritte vor wenigen Jahren. Jetzt liegen keine Sonderefforts mehr drin, sonst verspanne ich mich muskulär zu stark», sagt der Multisportler, der unter dem Lebenspartner von Natascha Badmann, Toni Hasler, arbeitet. Und auf dem Velo ist kaum mehr möglich, gehört er zu den Besten der Sparte. Da legte er letztes Jahr die 180 km ums untere Seebecken, mit dem Aufstieg über den Gibisnüt und dem Abstecher ins Zürcher Oberland (3 Runden) in 4:23:58-Stunden zurück. Und demütigte damit die Konkurrenz, die samt und sonder zwölf und mehr Minuten mehr benötigte. Bleibt das Laufen. «Da habe ich mich gesteigert, da würde ich eine Bank wetten», sagt er.
 
Emotionen wieder aufleben lassen
 
Riesen feierte letztes Jahr in Zürich seinen grössten Erfolg. Er hofft auf die Wiederholung: «All die Emotionen, die mit einem Sieg verbunden sind, sind einzigartig.» Als zweites Saisonziel fokussiert er den Ironman Hawaii. «Dort habe ich noch eine Rechnung offen», sagt er. Noch nie – auch nicht annähernd – vermochte er im Mekka der Triathleten eine ähnlich starke Leistung abzuliefern wie etwa in Zürich.  Der 16.Rang 2005 ist das beste Ergebnis geblieben, bis jetzt. Letzten Oktober musste er aufgeben.
 
Zu den härtesten Herausforderern in Zürich werden in diesem Jahr seine Teamkollegen vom «ewz power team» zählen, Mathias Hecht und Ronnie Schildknecht. Hecht belegte im Vorjahr Platz 2 und möchte dieses Ergebnis nun toppen. Der Willisauer bereitete sich während sechs Monaten in Australien bei seinem Trainer Scott Penny vor. Sein erstes zählbares Resultat lieferte er nach der Rückkehr beim Seeland Triahtlon in Murten ab, als er auf der Olympischen Distanz Reto Hug, den Vize-Weltmeister von 2005, hinter sich liess.
 
Was kann Jalabert?
 
Unbekannte Konkurrenz könnte dem Langdistanz-Trio durch einen Quereinsteiger erwachsen: Laurent Jalabert (Fr), in den 90-er-Jahren einer der erfolgreichsten Radrennfahrern. Allerdings wird er sein Ironman-Debüt nicht bei den Professionals geben und somit fünf Minuten nach Riesen, Schildknecht und Co. in Angriff nehmen. Zu ängstigen hätte der «grosse Name» auch sonst nicht können. «Keine Chance auf eine Endzeit bei den Besten», räumen ihm die Cracks ein. Interesse zeigen sie aber, beim direkten Vergleich der Velo-Abschnittszeiten. «Ich glaube, wenn Jalabert auf eine gute Finisherzeit aus ist, wird er länger als wir benötigen», sagt Riesen voraus.    
 
Mauch muss passen
 
Seinen Startverzicht bekannt geben musste Christoph Mauch. Der Sieger des Ironman Switzerland von 2005, auch er aus dem «ewz power team», zog sich eine Virusinfektion zu. Bereist letztes Jahr war’s ähnlich. Mit dem neunten Rang konnte er seine Möglichkeiten nicht befriedigend ausschöpfen. Dieses Jahr erwischte es ihn noch kürzer vor dem ersten Saisonhöhepunkt.
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